Welche Farben haben deine Gedanken?

Welche Farben haben deine Gedanken?

Wie würdest Du antworten, wenn ich Dich fragen würde: Welche Farben haben deine Gedanken? Schwarz? Grau? Oder doch ein buntes Feuerwerk?

Stell dir vor, du wachst morgens auf. Deine ersten Gedanken stehen hab acht vor dir – sind sie dunkel und farblos oder doch farbenfroh? Bestimmen sie deine Stimmung, deine Wahrnehmung und letztlich deinen ganzen Tag? Wenn ja – wie können wir dann unsere Gedanken „umfärben“? Und was bedeutet das für unser Glück?

Lass uns gemeinsam in unsere bunten Gedanken eintauchen. Höre den Beitrag bis zum Schluss, da gibt es noch einige bunte Farbpalette an Tipps für ein buntes Leben.

Ein erster Blick auf die Gedanken. Wir alle haben sie – Gedanken, die wie schwarze Tinte über unsere innere Leinwand fließen. Sorgen, Stress, Selbstzweifel. Aber warum lassen wir unsere Gedanken nicht öfter in leuchtenden Farben erstrahlen? Warum nicht mal einen bunten Klecks darauf setzen – ein bewusst gesetzter Farbtupfer im Alltag?

Unser Denken formt unsere Wahrnehmung. Das bedeutet: Färben wir unsere Gedanken dunkler, wird unsere Welt grau. Erlauben wir uns Farbtupfer, können wir unser Leben lebendiger und glücklicher gestalten. Aber wie genau?

Stell Dir vor, du kleckerst dich beim Essen an, welche Farbe haben deine Gedanken – schwarz oder bunt? Kinder malen uns mit lustigen und liebevollen Erlebnissen unsere Gedanken bunter. Oder wenn sich deine Katze an dich ranschmiegt und schnurrt. Oder wenn ein Freund dir etwas Nettes sagt. Wenn dir jemand sagt, dass du etwas gut gemacht hast, nett warst oder du das Gefühl hast, willkommen zu sein – all das sind bunte Momente in deinem Leben.

Dinge, die du gerne machst und erlebst, die dich strahlen lassen, sind deine Farbpalette des Glücks.

Wenn du Leinwand und Maler zugleich bist, hast du die Entscheidung, welche Farben deine Gedanken haben. Wähle weise. Und wenn du keine bunten Farben mehr hast, dann besorg dir welche – Tipps bekommst Du hier genug.

Wie oft denken wir pro Tag und Stunde?

Es gibt keine exakte Zahl, aber Studien und Schätzungen gehen davon aus, dass wir zwischen 6.000 und 60.000 Gedanken pro Tag haben. Das entspricht etwa 2500 Gedanken pro Stunde oder rund 40 Gedanken pro Minute.

Ein großer Teil davon sind unbewusste, wiederholende Gedanken – Routinen, Erinnerungen, Sorgen oder automatische Bewertungen. Nur ein Bruchteil sind wirklich neue, kreative oder bewusste Gedanken.

Gedanken entstehen in einem komplexen Netzwerk von Neuronen, Synapsen und elektrischen Impulsen. Sie sind eng mit den kognitiven Strukturen verbunden:

  1. Das Arbeitsgedächtnis hält Informationen kurzfristig für Problemlösungen, z. B. „Wo habe ich meine Schlüssel hingelegt?“
  2. Das Langzeitgedächtnis speichert Erlebnisse, Wissen und Muster für Entscheidungen.
  3. Das Bewusstsein  und die Aufmerksamkeit  lenken Gedanken auf bestimmte Themen und blenden Unwichtiges aus.
  4. Die Emotionale Verarbeitung (das limbisches System) verknüpft Gedanken mit Gefühlen (z. B. Angst, Freude).
  5. Das Default Mode Network (DMN) – Das „Tagträumer-Netzwerk“, das aktiv ist, wenn wir abschweifen oder reflektieren. Auf gut deutsch, ins „Narrenkastl“ schauen.
  6. Der Präfrontale Kortex steuert logisches Denken, Problemlösungen und langfristige Planungen.

Die Verbindung von Gedanken und dem Glücklichsein.

Unsere Gedanken bestimmen maßgeblich unser Wohlbefinden. Hier sind einige wichtige Zusammenhänge:

  1. Positive Gedanken fördern Glück
    • Optimistische Denkmuster aktivieren das Belohnungssystem im Gehirn. Somit werden Glückshormone ausgeschüttet.
    • Dankbarkeit und positive Reflexion steigern das Glücksgefühl. Dankbarkeit für Erlebnisse und die Erkenntnisse. Wichtige Frage dazu: Bin ich wieder einen Schritt weiter als zuvor. Wenn ja, freue Dich darüber.
  2. Negative Gedanken verursachen Stress
    • Wiederkehrende Sorgen und Grübeln aktivieren das Stresszentrum (Amygdala).
    • Negative Gedankenmuster erhöhen den Cortisolspiegel und können zu Erschöpfung führen.
  3. Gedanken schaffen Realität
    • Was wir denken, beeinflusst unsere Wahrnehmung. Beispiel: Wer glaubt, dass er scheitern wird, verhält sich oft so, dass es tatsächlich eintritt (Selbsterfüllende Prophezeiung).
  4. Fokus und Flow-Zustand
    • Im Flow (tiefes, fokussiertes Arbeiten) sind wir ganz im Moment – dies steigert nachweislich die Zufriedenheit und das Glücksempfinden.

Wie können wir Gedanken für mehr Glück nutzen?

  1. Achtsamkeit und Meditation stärken uns. Einfach einmal Hinsetzen, Atmen und passieren lassen.
  2. Positives Reframing – Negative Gedanken einfach umdeuten („Fehler sind Lernchancen“). Wenn etwas passiert ist, ist es wie ein abgeschossener Pfeil, der fliegt. Es ist Vergangenheit, sozusagen eine Illusion.
  3. Bewusstes Tagträumen fördert die Kreativität und die emotionale Balance.

Gedanken sind also mehr als nur spontane Impulse – sie formen unsere Realität und unser Glück. Wer bewusst denkt, lenkt sein Leben in eine positive Richtung.

Das Goldene Lebensdreieck – Wie wir in allen Lebensbereichen bunter denken können

In meinem Ansatz des „Goldenen Lebensdreiecks“ spielen Privatleben, persönliche Entwicklung und Beruf eine zentrale Rolle. In allen drei Bereichen können wir bewusst entscheiden, welche Farben wir unserem Denken verleihen.

1. Privatleben: Beziehungen, Familie, Freizeit

  • Schwarze Gedanken: „Meine Familie versteht mich nicht“, „Ich bin immer für andere da, aber keiner für mich.“
  • Bunter Klecks: Warum nicht bewusst einen Moment der Dankbarkeit einbauen? Ein kurzes „Danke“ an den Partner, ein gemeinsamer Spieleabend oder eine kleine Überraschung für einen lieben Menschen? Diese Farben bringen Licht in den Alltag.

2. Persönlich: Selbstbild, Emotionen, mentale Stärke

  • Schwarze Gedanken: „Ich bin nicht gut genug“, „Ich werde das nie schaffen.“
  • Bunter Klecks: Ersetze negative Glaubenssätze durch ein bewusstes „Ich bin genug“. Sei stolz auf das, was du schon geschafft hast. Feier deine kleinen Erfolge mit Dir selbst. Vielleicht ein neues Hobby, das dich herausfordert und wachsen lässt? Oder bewusst Zeit für dich selbst nehmen – eine Stunde ohne Handy, nur mit deinen Gedanken. Eine halbe Stunde auf der Hausbank, einfach atmen und passieren lassen.

3. Beruf: Karriere, Erfolg, Stress

  • Schwarze Gedanken: „Mein Job frisst mich auf“, „Ich bin nur eine Nummer im System.“
  • Bunter Klecks: Was gibt dir Energie im Job? Ist es das kleine Lächeln des Kollegen, das geschaffte Projekt oder das Telefonat? Ein bewusst gesetzter „bunter Klecks“ kann eine Mittagspause an einem neuen Ort sein oder ein inspirierendes Gespräch mit einem Gleichgesinnten. Das heißt aber, keine Gespräch über andere Menschen.

Welche Farben stehen für welche Emotionen?

Farben haben eine starke Wirkung auf unsere Psyche. Sie beeinflussen unser Denken, unsere Gefühle und sogar unser Verhalten.

  • Rot: Steht für Energie, Leidenschaft und Stärke, kann aber auch Wut symbolisieren.
  • Blau: Strahlt Ruhe, Vertrauen und Klarheit aus, wirkt aber in dunklen Tönen melancholisch. Das Element Wasser steht für Flexibilität und Bewegung.
  • Gelb: Fördert Optimismus, Kreativität und Lebensfreude, sowie für Umsetzung und Bodenständig.
  • Grün: Symbolisiert Harmonie, Naturverbundenheit und Ausgeglichenheit. Das Element des Holzes steht auch für Wachstum.
  • Orange: Steht für Lebensfreude, Abenteuer und Wärme.
  • Lila: Vermittelt Kreativität, Spiritualität und Transformation.
  • Schwarz: Wird oft mit Ernsthaftigkeit, Trauer oder Negativität verbunden.
  • Weiß: Steht für Reinheit, Klarheit und Neubeginn.

Welche Farbe spiegeln deine Gedanken wider? Und wie kannst du bewusster Farben in dein Leben bringen?

Die Geschichte vom zerbrochenen Krug

Ein Wasserträger hatte zwei große Krüge, mit denen er täglich Wasser vom Fluss ins Dorf trug. Einer der Krüge war makellos und hielt das Wasser perfekt. Der andere hatte einen Riss, durch den stetig Wasser herauslief. Zwei Jahre lang brachte der Mann dadurch weniger Wasser ins Dorf, weil der beschädigte Krug unterwegs immer einen Teil seines Inhalts verlor.

Eines Tages sprach der beschädigte Krug mit trauriger Stimme zum Wasserträger: „Ich schäme mich so. Wegen meines Fehlers bringst du nicht so viel Wasser ins Dorf wie du könntest.“ Der Wasserträger lächelte und antwortete: „Hast du bemerkt, dass auf deiner Seite des Weges Blumen wachsen? Ich habe dort Samen gestreut, weil ich wusste, dass du Wasser verlierst. Zwei Jahre lang hast du die Blumen gegossen, ohne es zu wissen, und sie haben unser Dorf mit Schönheit erfüllt.“

Die Erkenntnis daraus: Wir sehen unsere Fehler oft als Makel, als Belastung. Doch manchmal sind sie das, was Schönheit und Wert in die Welt bringt. Jeder von uns hat „Risse“, seien es Unsicherheiten, Ängste oder vermeintliche Schwächen. Doch genau diese Aspekte unserer Persönlichkeit können etwas Besonderes erschaffen – ein unerwarteter Farbklecks, eine unerwartete Stärke.

Wie wir diese Erkenntnis im Leben umsetzen können:

  1. Akzeptiere deine Unvollkommenheiten: Sie gehören zu dir und können verborgene Geschenke sein. Wenn Du sie annimmst, werden Deine Gedanken bunter.
  2. Frage dich: Welcher „Riss“ in mir hat vielleicht schon Blumen wachsen lassen und Positives bewirkt?
  3. Nutze deine vermeintlichen Mängel, um etwas Gutes und Buntes in die Welt zu bringen. Vielleicht bist du besonders empathisch, weil du selbst schwierige Zeiten erlebt hast.

Die Geschichte vom Bauern und dem Sturm

Ein Bauer lebte bescheiden auf seinem kleinen Hof. Er arbeitete hart und sorgte für seine Felder und Tiere. Eines Tages zog ein gewaltiger Sturm auf und verwüstete seine gesamte Ernte. Der Bauer stand am nächsten Morgen auf und sah sein zerstörtes Feld – nichts war übriggeblieben. Während seine Nachbarn in Verzweiflung versanken, begann er ohne zu zögern, seine Felder neu zu bestellen.

Ein Nachbar fragte ihn: „Warum bist du nicht verzweifelt? Hast du nicht Angst, dass ein weiterer Sturm alles erneut zerstört?“ Der Bauer antwortete: „Das Leben ist Veränderung. Ich kann mich dem Sturm nicht widersetzen, aber ich kann entscheiden, was ich danach tue. Wenn ich aufgebe, wächst nichts mehr. Wenn ich neu beginne, kann wieder etwas entstehen.“

Die Erkenntnis daraus: Wir alle erleben Stürme im Leben – Rückschläge, Verluste, schwierige Zeiten. Doch was zählt, ist nicht der Sturm selbst, sondern unsere Reaktion darauf und welche Farbe wir ihm geben. Manche Menschen bleiben in der Trauer stecken, andere stehen wieder auf und säen neu. Das Leben ist ein Zyklus aus Wachstum und Wandel, aus Einfärbigkeit und Buntheit.

Wie wir diese Erkenntnis im Leben umsetzen können:

  1. Akzeptiere, dass Veränderungen und Rückschläge unvermeidlich sind. Ein bunter Klex macht die dunklen Bilder schöner.
  2. Betrachte jede Krise als Chance für einen Neuanfang.
  3. Finde den ersten kleinen Schritt, den du trotz allem tun kannst.
  4. Bleibe handlungsfähig und fokussiere dich auf Lösungen, nicht auf das Problem.

Diese Geschichten zeigen uns, dass Glück nicht im Perfektionismus oder in der Angst vor Verlust liegt, sondern in unserer Fähigkeit, Dinge neu zu bewerten und anzupassen.

Sozusagen das Bild neu zu bemalen. Es ist unser Blick auf die Dinge, der unser Leben färbt – in dunklen oder in bunten Tönen. Welche Farbe wählst du heute?

Hier einige Tipps für buntere Gedanken & ein glücklicheres Leben

  1. Schreibe drei Dinge auf, für die du dankbar bist – jeden Tag. Und ordne ihnen eine Farbe zu. Geht es dir nicht gut, denke an diese Farben.
  2. Nimm dir bewusst eine Minute, um deine Gedanken zu beobachten. Welche Farben siehst du und kannst Du sie ändern oder einen bunten Klex darauf geben?
  3. Mache eine kleine Sache täglich anders als gewohnt. Das wäre dann ein rosaroter Farbtupfen?
  4. Höre Musik, die dich aufbaut. Welche Farbe hat Dein Lieblingslied?
  5. Besorge Dir bitte einige mentale bunte Malstifte, vielleicht brauchst du sie einmal.
  6. Sei milde mit dir selbst – Perfektion ist eine Illusion. Welche Farbe hat die Perfektion und welche die Leichtigkeit?
  7. Setze bewusst bunte Kleckse in dein Leben – mit Farbe, Musik oder kleinen Glücksmomenten.

Welche Farbe haben deine Gedanken? Und welche Farben willst du ihnen in Zukunft geben? Vielleicht ist heute der perfekte Tag für einen neuen bunten Klecks.

Lass es mich wissen: Welche bunten Gedanken möchtest du in dein Leben bringen? Schreib mir oder teile diese Episode mit jemandem, der ein bisschen Farbe gebrauchen kann.